Home
Wir über uns
"DenkBar"
Termine
Extras
Service
Impressum

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 19. August 2017
Losungstext:
Ich will dich preisen und deinen Ruhm besingen unter den Völkern.
Psalm 18,50
Lehrtext:
Paulus predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert.
Apostelgeschichte 28,31

Aus der schule plaudern

Wenn die kinder die schule mögen
schleppen sie ihre lieblingssachen an
den seeigel und die glanzbilder
den teddybär und das winzige kätzchen
 
Wenn die studenten den kurs mögen
schleppen sie ihre lieblingssachen an
sie kündigen filme an und vorträge
sie erwähnen bücher und bringen artikel mit
sie schneiden aus der zeitung aus
und sagen hast du das gesehen
sie verteilen flugblätter wie vor zehn jahren
 
Wenn die studenten nichts bringen
außer den hausaufgaben
dann weiß ich etwas läuft falsch
und wir sind nicht so weit
daß wir das leben miteinander teilen
das reich gottes kann erst kommen
wenn wir in allen schulen des landes
werden wie die kinder

(c) Dorothee Sölle

im spiegel der liebe

und gott sah, alles war gut

auch am sechsten tag

auch das unperfekte

das um den weg bemühte

das nach halt rufende

das irrende geschöpf

 

als gut sah er es

als gut genug nahm er es an

als sein geliebtes kind

als ganz eins mit ihm

 

und im spiegel

seiner unendlichen liebe

erkennt sich der mensch als gut

und lernt geliebt zu lieben

auch das unperfekte

im ich und im du

 

                                                     © Maria Sassin

Kostbar

Und wieder
habe ich
gespürt
erfahren
erlebt
erkannt
auch,
was bekannt
doch nicht da
für mich
verhüllt
durch dich
wurde es
enthüllt
für mich
bin ich
nicht unbekleidet
angetan mit
Wohlwollen
Mitgefühl
Liebe
die heilt
mich
Dank
für Dich, Gott
Segen
für mich
für die
deinem Licht begegnen
kostbar
so kostbar

 

© Volker Viehoff

Neues Leben

Und wenn die Nacht kommt

und der Rückblick zeigt,

dass alles Stückwerk war

und vieles ungetan geblieben ist,

wenn so manches tiefe

Beschämung und Reue weckt:

dann alles nehmen,

wie es ist,

in Gottes Hände legen

und ihm überlassen.

So wird man in ihm ruhen können,

wirklich ruhen

und den neuen Tag

wie ein neues Lben beginnen.

(c) Edith Stein

 

 

 

 

 

Zärtliche Gerechtigkeit

Stell dir vor
Menschen verlieren ihre Angst zu kurz zu kommen
sie teilen ihre Kompetenz
ihre Finanzen
ihre Fähigkeiten und Gaben –
glückliches Leben ereignet sich
 
Stell dir vor
Menschen verwandeln ihre Gier
in Seinsverbundenheit
sie schaffen faire Löhne
damit die Menschen ihr Land nicht verlassen müssen
sondern in Eigenverantwortung ihre Ressourcen nützen können –
solidarisches Leben konkretisiert sich
 
Stell dir vor
Menschen sensibilisieren und informieren sich
was mit ihrem ersparten Geld geschieht
sie investieren in ökologische und frauenfreundliche Projekte –
sinnstiftendes Arbeiten verwirklicht sich
 
Stell dir vor
Menschen lassen Gott in sich träumen
und gestalten mit ihm
seine neue Welt der zärtlichen Gerechtigkeit

 

© Pierre Stutz

www.pierrestutz.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und ich sah einen mann an der 126sten strasse

und ich sah einen mann an der 126sten strasse

einen besen in der hand

zweieinhalb meter straße kehren

sorgfältig beseitigte er abfall und schmutz

auf einer winzigen flaeche

mitten in einer riesigen flaeche

von abfall und schmutz

 

Und ich sah einen mann an der 126sten strasse

und trauer saß ihm im ruecken

zweieinhalb meter strasse kehren

abnutzung war in den armen

in einer stadt

in der nur verrueckte

etwas zu hoffen finden

 

Und ich sah einen mann in der 126sten strasse

einen besen in der hand

es gibt viele arten zu beten

mit dem besen

hatte ich es bislang

noch nicht gesehen

 

Aus: Spiel doch von Brot und Rosen, Gedichte

Authorin: Dorothee Sölle

 

 

 

 

 

Nach missmutigen Tagen und erstem Blütenzauber im Frühjahr:

Auferstehung im Alltag 

Aufwachen möchte ich.
Bewußt leben.
Träume, Gedanken
in die Tat umsetzen.
Kleine und große Schritte
wagen. 

Aber nur mit Dir
mein Gott,
gehe ich von Innen
nach Außen. 

Wie die Natur im Frühling
will ich knospen und blühen. 

Was in mir ist,
soll Gestalt gewinnen
wie Blatt und Blüte.
Und mit Deinem Segen
wird mein Herbst
dann bunt und fruchtig-süß. 

Doch erst lehre mich
die richtigen Blüten
zur rechten Zeit auszubilden
in wundervollen Farben,
Formen und voller Duft. 

Danke für Wachstum und
Gedeihen bis hierher.
Bitte lass mein Leben ein
Dankeschön sein.

©2004,  Angela Hilde Timm


Keine Zeit?

"Mutti, warum willst Du nicht mit mir spielen?"

"Weil ich keine Zeit habe."

"Warum hast Du keine Zeit?"

"Weil ich arbeiten muss."

"Warum arbeitest Du?"

"Um Geld zu verdienen."

"Warum verdienst Du Geld?"

"Damit Du zu essen hast."

 

Kleine Pause ...

 

Dann sagt Nelly: "Mutti, ich habe keinen Hunger."

 

Standfest

Die Mutter bat ihren kleinen Sohn sich hinzusetzen, aber er wollte unbedingt stehen. Nach einigem hin und her packt sie ihn verärgert und setzte ihn auf einen Stuhl.

Einen Moment war es still.

Dann sagt der Kleine trotzig: "Außen sitze ich, aber innen stehe ich doch!"

 

 

Das Komma

Ein König sollte folgendes Urteil unterschreiben:

>> Gnade unmöglich, im Gefängnis lassen! <<

Ihm kam das Urteil zu hart vor, er dachte an die Zukunft des Menschen und an seine Familie. Er änderte das Urteil in:

>> Gnade, unmöglich im Gefängnis lassen! <<

Er machte nur eine Kommaverschiebung: So lautete das Urteil auf Freispruch.

 

Übrigens:

Gott macht ständig bei uns solche Kommaverschiebungen.

 

 

Lichtblicke

Einer der großen Clowns, Oleg Popov, kann mit seinen Späßen die Zuschauer im Zirkus auch zum Nachdenken anregen. Seine Nummern sind humorvoll, aber auch tiefsinnig und hintergründig. -- 

Der Zirkus ist überfüllt. Die Manege ist noch dunkel. Ein Scheinwerfer geht an und wirft einen winzigen Fleck Licht in das Rund der Manege.

Oleg Popov kommt aus dem Dunkel, weiter Mantel, zu große Schuhe, einen kleinen Koffer in der Hand. Er geht auf das kleine Fleckchen Licht zu, nimmt Platz und räkelt sich wohlig im Licht.

Das Licht aber wandert weiter, und der Clown sitzt im Dunkel. Er steht auf, nimmt sein Köfferchen und läuft dem Licht nach. Wohlig streckt er sich aus, als sei es die wärmende Sonne.

Aber wieder geht das Licht weiter. Der Clown hinterher. Aber der Lichtfleck entweicht, und der Clown steht wieder in Dunkel und Kälte.

Er läuft dem Licht nach, und schließlich beginnt er, es in seinem Köfferchen einzufangen. Es gelingt ihm. Aber nun ist es in der Manege wieder dunkel.

Da öffnet der Clown seinen kleinen Koffer und schüttet das Licht in die Manege. Es wird taghell im Zirkus. Die Zuschauer klatschen Beifall. Die Vorstellung beginnt.

 

Oleg Popov, ein Mensch auf der Suche nach Licht, nach Wärme und Geborgenheit. Einer wie Du und ich. Wir laufen dem Licht nach, möchten uns im Licht wohlig ausstrecken, aber dann ist es wieder weg. Wenn wir schließlich das Licht des Lebens irgendwo finden, dürfen wir es nicht für uns behalten, dann wird es dunkel sein. Wenn wir es aber ausschütten, weitergeben, wird es hell im ganzen Rund unserer Umgebung.

 

Jesus Christus spricht: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben!"

(Johannes 8,12)

 

 "Ihr seid das Licht der Welt. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen!"

(Matthäus 5,14.16)

 

 

Jesus,

ich brauche nie zu hungern,
doch ich habe unstillbaren Hunger
nach wahrem Leben.

Ich brauche nie zu frieren,
doch in meinem Leben
sind menschliche Nähe und Wärme
Mangelware.

Ich kann mir fast alles kaufen,
doch sinnentleerter Besitz
macht nicht froh.

Jesus,

bitte schenke mir wahres Leben
aus Dir.

Bitte erwärme mich,
und lass‘ mich zur Quelle
menschlicher Nähe und Wärme werden.

Bitte lass‘ mich froh und dankbar sein
und lehre mich das Teilen.


Angela Hilde Timm